Verfolgt man die Medienberichte und Kommentare der Leser aufmerksam, fällt doch manch erinnerungswertes Material ab...
24.9.2007 - dem Gericht geht ein Licht auf! Das, was jedem interessierten und halbwegs informierten Beobachter schon bei der Ankündigung, der Prozess würde bis Oktober beendet sein, ein müdes Lächeln entlockte, wurde nun revidiert: "Neuer Fahrplan Der weitere Fahrplan (diese Woche ist
Verhandlungspause): Bis Ende November werden Zeugen gehört; im Dezember
ist - urlaubsbedingt - eine Verhandlungspause. Im Jänner will sich das
Gericht mit dem Gutachten beschäftigen (so vorhanden; ein neuer
Gutachter müsste sich erst einlesen) und sein Urteil fällen. Im
Prozess engagierte Anwälte sind aber nicht so sicher, dass sich dieser
Zeitplan einhalten lässt: Die Verteidiger haben ihre Beweisanträge noch
gar nicht gestellt, sie werden wohl mit eigenen Zeugen auffahren.
Während manche, wie die Richterin, davon ausgehen, dass sich die Causa
Anfang 2008 erstinstanzlich beurteilen lässt, sind andere wesentlich
skeptischer und rechnen mit einem Urteil "gegen Ende des Jahres 2008". Na geh, DAMIT hat keiner gerechnet. Wovon träumen die bei Gericht eigentlich? Dass einer aufspringt und sagt: "Ich ergebe mich!"??? Nicht einmal Weninger, dem man das noch am ehesten zutrauen würde, gibt sich solch eine Blöße. Nope, da kommt noch einiges auf die mediengeilen und karrieresüchtigen Adlaten der derzeit augenbindenlosen Justitia zu, da bin ich mir sicher. In der Zwischenzeit kann sich gnä Frau Richter in weiteren Unterstellungsfragen üben - wie wär´s einmal, einen männlichen Zeugen zu befragen, ob er mit einem der Anwesenden im Saal nicht nur verwandt/verschwägert ist, sondern vielleicht auch "gemeinsame Kinder" hat - oder war diese Frage speziell für Frau Rogatsch zurechtgelegt worden? Erbärmlich - so wie die Frage an Frau Eisenhower, ob das Leben mit Ihrem Mann in mehreren Häusern (New York, Bahamas etc.) nicht "mühsam" wäre. Solche Nichtigkeiten sollte Frau Richter in der Kantine besprechen....
| Bigmouth |
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| 19.09.2007 21:37 |
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| Geht das nur mir so |
| oder
ist der Eindruck, den die Berichterstattung im Standard über die
Vorsitzführung in diesem Verfahren entstehen läßt, nicht der
allerbeste? Da werden Beschuldigte und Zeugen laufend um ihre
rechtliche Beurteilung gebeten (etwas, wovon Berufsrichter im
allgemeinen rein gar nix wissen wollen), da werden Anekdoten und
Schmankerl genüßlich ausgewalzt (weil solche Hunde-Äußerl-Geschichten
nicht ganz so komplex und so auch für die Vorsitzende leichter erfaßbar
sind?) und da werden ständig sinnloserweise Fragen gestellt, die
höchstens Emotionen schüren, aber zur Wahrheitsfindung nix beitragen
(Würden sie heute noch eine Laudatio auf Herrn Elsner halten?). Was
soll das bitte? Ist die Dame vielleicht doch etwas überfordert? |
Nein, es geht nicht nur Bigmouth so.
Tag 22 - die Prüfer berichten. Allerdings konnte nicht wirklich viel geprüft werden...
"Freiwillige Nachschau"
Der Besuch in Flöttls Büro in
New York gemeinsam mit österreichischen Behördenvertretern
sei keinesfalls eine "Hausdurchsuchung" gewesen, sondern eine
freiwillige Nachschau, erläuterte Zeuge Schwarzbartl seine Recherchen.
In die Grundgeschäfte Flöttls, also dessen Spekulationen, habe er
keinen Einblick bekommen. Insgesamt hätten die Unterlagen, die die von
der FMA beauftragten Prüfer vorgefunden hätten, nicht ausgereicht, um
sich ein Gesamtbild von den Geschäften der Bawag mit Flöttl zu machen.
Warum bei Flöttl keine
Beschlagnahmung von Dokumenten durchgeführt wurde, das hätten die
Behörden ihnen nicht erklärt, sagte Schwarzbartl.
Persönliche
Bereicherung von Bawag-Vorständen schloss Schwarzbartl dezidiert aus.
"Kickback-Zahlungen hat es nicht gegeben, daher auch keine persönliche
Bereicherung", betonte Schwarzbartl. Ob es zu Kickback-Zahlungen bei
den Gesellschaften von Flöttl gekommen sei,
könne er nicht sagen, da die Flöttl-Gesellschaften außerhalb des
Prüfbereiches von Ernst & Young gelegen seien. (APA)"
Bin ja nur gespannt, ob die Richterin auch diese Aussagen ignoriert...
Posting nach dem 17.Tag:
"Stimmt der Vorstand und der Aufsichtsrat sind unschuldig!
Allgemeines
abputzen ist angesagt. Flöttel ist schuld, hätte nicht zocken dürfen!
Elsner ist schuld, hätte Flöttel nich mit Zocken beauftragen dürfen.
Weninger ist schuld, hätte alles unterbinden müssen.
Ich bin für einen Freispruch sämtlicher Mitglieder des Aufsichtsrates. Die haben doch wirklich nichts gewußt.
Gleichzeitig eine kurze Bewerbung als Aufsichtsrat: Gelobe an Eides
statt mir nichts anzuschauen, nichts zu prüfen, gemeinsame Treffen,
Essen und Ausflüge, insbesondere aber Aufsichtsratssitzungen nicht für
Geschäftszwecke, Fragen oder gar Kontrollen zu missbrauchen, sondern in
stiller Dankbarkeit meine Sitzungsdiäten zu beziehen und meine
Tätigkeit auf Interventionen für ihre Parteifreunde, rot, schwarz,
blau,... beschränken."
*g* lustig, aber es gab endlich auch EINMAL ein gscheites Posting (von redstone):
"Was (mir) bisher nicht klar wurde:
es heisst immer:
Das Geld ist (war) weg.
Gibt es BELEGE die auch sicher nachweisen, dass investiertes Geld--wenn schon -verloren wurde?
Bisher hört man ja immer nur von dem Geld, das die BAWAG an Flöttl gab.
Na gut.
Oder schlecht.
ABER nochmals: Kann Flöttl diese hohen Verluste per Belegen auch echt nachweisen?
Wie sie sich im einzelnen Zusammensetzen?"
Sehr interessantes Detail am 15. Verhandlungstag - nur interessiert es offensichtlich fast niemanden (Zitat aus dem Wirtschaftsblatt):
"Beinahe einen Frontalangriff setzte Nakowitz dann gegen den früheren ÖGB-Präsidenten Fritz Verzetnitsch, indem er sagte: "Meine Überzeugung ist, dass im Jahr 1998 Verzetnitsch nicht nur informiert war, sondern wesentliche Teile der Entscheidungen mitgetragen hat." Verzetnitsch ist im Prozess nicht anwesend, er ist nicht angeklagt.
In der Bank sei es damals ein Thema gewesen, dass eine Katastrophe in der BAWAG auch Auswirkungen auf die Nationalratswahlen gehabt hätte, nach dem Motto "Der Sohn sprengt die Bank des Vaters in die Luft", sagte Nakowitz. Auch der damalige BAWAG-Eigentümer ÖGB habe ein vehementes Interesse gehabt, eine Katastrophe zu vermeiden. Dass Verzetnitsch seiner Ansicht nach die wesentlichen Teile der Entscheidungen im Gefolge der Flöttl-Verluste mitgetragen habe, habe er, Nakowitz, schon im Bankenausschuss ausgesagt, obwohl es "unbequem" gewesen sei. Nakowitz räumte allerdings auch ein, kein Gespräch mit Verzetnitsch geführt zu haben. "Ich habe den Präsidenten (Verzetnitsch, Anm.) beruhigt, weil ich gesagt habe, die Bank hat keinen Schaden", sagte Weninger."
Kunstinteressierte Richterin
"Zeichner Schopf wurde am Dienstag übrigens in einer Verhandlungspause
ins Richterzimmer zitiert. Nicht etwa, weil der Van-Gogh-Verehrer nach
seiner Expertise gefragt wurde, Richterin Claudia Bandion-Ortner
interessiert sich vielmehr für ein Original der Werke, die Schopf
selbst seit Beginn des Prozesses vor Gericht angefertigt hat. (szem,
DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.8.2007)"
Nach dem, was man bisher über die werte Damen gehört und gelesen hat, bin ich mir sicher: Justizia ist weder blind noch neutral. Das erkennt man auch an dem erfolgten Ersatz der Augenbinde durch die Designerbrille.
Kommentare
Leonidas von Sparta: "Der rote Faden zieht seine Kreise"
Das entzückende Stinktier: "Der Gusenbauer ist nicht ein roter Faden, sondern der rote Fade."
"Weninger habe nicht geahnt, dass ein bereits gelöschtes File auf der
Festplatte seines Computers rekonstruiert werden könne. In dem Brief
teilte Weninger Verzetnitsch mit, wie er bei der Befragung durch das
BKA auf bestimmte Fragen geantwortet hat."
Unglaublich, aber offensichtlich nicht unmöglich, dass 2007 noch jemand so etwas nicht ahnt...
"Prozess verlängert
Der Bawag-Prozess wird nun
verlängert. "Wie erwartet, werden wir leider nicht bis 31. Oktober
fertig werden", sagte Richterin Claudia Bandion-Ortner. Sie plant acht
zusätzliche Verhandlungstage im November. (bpf, APA, DER STANDARD,
Print-Ausgabe, 7.8.2007)"
Soso. DAS hat ja nun wirklich niemand ahnen können - ausser denen, die sich tatsächlich intensiv mit dem Fall auseinandergesetzt haben.
Wieder mal verwundert
"Richterin Claudia Bandion-Ortner zeigte sich sehr verwundert, dass das
juristisch nicht gerade einfache Vertragswerk binnen derart kurzer Zeit
erstellt wurde."
Vielleicht sollten gerade Richter ab und zu über den Tellerrand blicken und Praktika in Unternehmen absolvieren - damit sie sich nicht immer über Vorgänge in der globalisierten Wirtschaft wundern müssen.
Englischprüfung bei Gericht
"Auch die Englischkenntnisse von Johann Zwettler wurden heute "abgeprüft". Einer der so genannten "Pariser Verträge" wurde von
einem Beamten des Bundeskriminalamts mit technischen Hilfsmitteln auf
eine Leinwand projiziert, der ehemalige BAWAG-Generaldirektor um die
Übersetzung des englischen Vertragstextes gebeten, "weil es wichtig
ist zu sehen, ob Sie das alles verstanden haben", wie die Richterin
begründete.
Wie sich zeigte, war Zwettler der ihm gestellten Aufgabe durchaus
gewachsen. "Sie können's eigentlich ganz gut", befand die Richterin."
Kommentar erübrig"bar" ;-)
"Ava Tar" schreibt:
Was ist ein guter, doppeldeutiger Satz ?
"Flöttls Vermögen war Elsners Handicap"
Gutachten über Flöttls Geschäfte wird erstellt
"Christian Imo, früher Vorstand der Wiener Börse,
solle binnen acht Wochen Befund und Gutachten über das Handelsverhalten
der Gesellschaften von Wolfgang Flöttl abgeben, kündigte Richterin
Claudia Bandion-Ortner zu Beginn der Verhandlung im Großen
Schwurgerichtssaal im Wiener Landesgericht an. "Wir
schauen uns die Geschäfte an, die wirklich gemacht wurden", sagte die
Richterin. Die Verhandlung werde durch das Gutachten nicht verzögert,
zeigte sie sich optimistisch."
Selbst wenn der Staatsanwalt nicht verpflichtet wäre, kontra UND pro zu untersuchen - das hätte man bereits vor über einem Jahr erledigen können. Und jetzt muss innerhalb 8 Wochen ein Gutachten über die Geschäfte des Mannes erstellt werden, der schon längst hätte nachweisen können, was genau wohin geflossen ist...da kommen´s ja früh drauf. Interessant auch, dass diese wichtigen Daten in dem recht umfangreichen Akt offensichtlich noch fehlen...
Staatsanwalt unterstellt wieder mal böse Absicht
"Über den Wert der Werke bildender Kunst mag mancher irren. Niemand
aber kann ohne bösen Vorsatz solch haarsträubende Beträge ernsthaft in
Erwägung ziehen."
Ok - und was wäre bitte das Ziel dieses "bösen Vorsatzes" gewesen? Die Bank an Cerberus zu verkaufen und vielleicht für Jahre hinter Gitter zu wandern? Diese Logik mag mir einer einmal erklären...oder hegt der Herr vielleicht selbst den bösen Vorsatz, unbedingt einen Vorsatz zu konstruieren um zumindestens einen oder auch mehrere hinter Gitter zu bringen, damit das Volk zufrieden weiterschlafen kann?
Kaution - in Österreich aber gehen die Uhren anders...
"Bennett, Tone Grant und der frühere Finanzchef Robert Trosten sind
gegen Kaution auf freiem Fuß. Sie werden der Irreführung von
Investoren beschuldigt, alle plädieren auf unschuldig. Die
Refco-Pleite war die fünfzehntgrößte Insolvenz der
US-Wirtschaftsgeschichte mit Verbindlichkeiten von 16,8 Mrd. Dollar
(12,18 Mrd. Euro)"
Bei uns sind fast alle ohne Kaution auf freiem Fuß - nur einer muss seit Monaten einsitzen...aber alles ist relativ. Und hier ist es sicher noch besser als 8 Jahre lang in einem lybischen Gefängnis gefoltert zu werden....
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